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Züchter haben Erfolg bei Tigerfärbung

Juni 2017
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Eine Tochter von „Tara“

Bereits bei der zahlenmäßigen Auswertung der letztjährigen Bestände des Ansbach-Triesdorfer Rindes konnten wir einen leichten Aufwärtstrend feststellen. Nun gibt es aber auch eine positive Entwicklung bei den Farbschlägen.

Gab es noch Anfang 2016 nur zwei bis drei lebende Tiere mit stark getüpfelter Fellzeichnung, die den „Tigern“ ihren Namen gab, den Bullen „Josef“ und die Tigerkuh „Tiger“ sowie einige Tiere mit lokal begrenzter Tüpfelung, kamen bis Ende 2016 weitere Tiere mit schöner Sprenkelung zur Welt, unter anderem bei zwei männlichen Nachkommen von Josef.

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Eine von „Tamira“ abstammende Tigerkuh.

Aber nicht nur Josef hat die Tüpfelung gut vererbt. Auch der Bulle „Winner“ gab wunderschöne Zeichnungen weiter – und das in der 4. Generation! Aus der sehr gedeckten Kuh „Tara“ mit wunderschöner, aber lokal sehr begrenzter Zeichnung, kam ein weibliches Kalb mit zahlreicher, unübersehbarer Tüpfelung, aus ihrer Halbschwester Tamira ein ebenso schönes Mädel.

Zwar überziehen die Punkte noch nicht den Großteil des Körpers, aber eine Entwicklung in diese Richtung ist sichtbar. Und auch vom Bullen „Webtiger“ kam vor kurzem ein völlig anders geartetes, nicht weniger schönes weibliches Kalb. Die jahrelange züchterische Arbeit zeitigt nun deutliche Erfolge. Allerdings waren die getüpfelten Tiere auch früher schon die Ausnahme.


Jahresrückblick 2016

Abwärtstrend erstmal gestoppt

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Tigerbulle Josef mit Kuh im Juli 2016 (Foto: Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e.V.)

Das Ansbach-Triesdorfer Rind ist nicht nur die älteste gezielt gezüchtete Rinderrasse Deutschlands, sondern wohl auch die am stärksten vom Aussterben bedrohte. Von 2012 bis 2015 nahm die Zahl der Betriebe, die diese Rasse hielten, kontinuierlich ab – und ebenso der Tierbestand. So gab es 2015 gerade noch 82 anerkannte Kühe (eine aktuelle Statistik finden Sie beim Rinderzuchtverband Franken). Im Jahr 2016 konnte der Abwärtstrend bei den Tigern zumindest gestoppt werden; mit derzeit 91 gibt es auch wieder etwas mehr Kühe.

Um diese Entwicklung zu stoppen begann der Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes im Februar 2016, eine eigene Fleischschiene aufzubauen. Damit soll zum einen das hochwertige Fleisch der Triesdorfer Tiger nicht mehr in allgemeinen Schlachthaus­produkten untergehen, zum anderen die Rasse wieder bekannter gemacht werden. Neben immer mehr Landwirten unterstützen mehrere Gastwirte, Metzger sowie eine Biolebensmittelkette das Projekt. Im September 2018 soll die gemeinsame Vermarktung beginnen.

Parallel dazu fand sich ein engagierter Freund der Ansbach-Triesdorfer Rinder, der eine komplett neue und nun auch immer aktuelle Homepage für die Tiger erstellt hat.

Durch beide Maßnahmen gelang es, zu den bisher vier Mutterkuhbetrieben weitere acht hinzuzugewinnen. Diese Entwicklung ist für den Erhalt der Triesdorfer Tiger enorm wichtig, da u.a. durch den sinkenden Milchpreis auch 2016 wieder einige Milchvieh­betriebe aufgeben mussten und in den nächsten Jahren sicher noch weitere hinzu kommen. Andererseits begannen aber auch vier Milchviehbetriebe im Jahr 2016 erstmalig mit Ansbach Triesdorfern. Die Tiger bringen als Dreinutzungsrasse zwar nicht die Milchmengen wie Fleckvieh oder Holstein Friesian, aber sie bringen auch ohne Kraftfutter eine akzeptable Milchleistung und sind daher gerade für Biobetriebe sehr interessant.

Für das nächste Jahr planen wir zum einen, die Fleischlinie weiter auszubauen und insbesondere ein Herdbuch für die Triesdorfer Tiger in der Mutterkuhhaltung aufzubauen.


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Bulle Josef, Februar 2016 (Foto: Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V.)

Das Ansbach-Triesdorfer Rind war eine früher vor allem in Franken verbreitete Rinderrasse. Heute existieren noch um die 100 Tiere. Der Arterhalt gilt als extrem gefährdet. Einige engagierte Landwirte und Züchter kämpfen darum, dieses besondere Rind, auch „Triesdorfer Tiger“ genannt, zu bewahren. Der Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V. unterstützt sie.