Aktuelles

Der Tiger kommt auf den Teller

Die älteste in Deutschland auf Leistung gezüchtete Rinderrasse, des Ansbach-Triesdorfer Rind, im Volksmund liebevoll „Tiger“ genannt, ist extrem vom Aussterben bedroht. Anfang 2018 wurden gerade noch 138 Kühe und 5 Bullen der Rasse gezählt, die ab 1740 vom „wilden” Ansbacher Marktgrafen Carl Wilhelm Friedrich in Triesdorf und Umgebung gezüchtet wurde. Um dieses alte fränkische Kulturgut zu retten begann im Frühjahr 2016 der Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e.V. ein Projekt zur Verwertung des Fleisches der männlichen Tigerrinder. Ab Mitte September wird es nun in einigen wenigen Restaurants und Metzgereien angeboten.

Zur Auftaktveranstaltung laden wir Sie am Montag, den 17. September, um 14.00 Uhr, auf den Hof der Familie Grund in Kästel 20, Gemeinde Gerhardshofen, ein.

Für die unterschiedlichen Beteiligten halten Gastbeiträge:

  • Konrad Wagner, Zuchtleiter Fleischrinderverband Bayern
  • Reinhold Schneider, Landwirt
  • Christian Engelhard, Metzger
  • Stefan Rottner, Gastwirt und Hotelier

Dr. Anita Idel, u.a. Autorin des Buches „Die Kuh ist kein Klimakiller“ und Mitglied der Archekommission wird offiziell die Aufnahme der Ansbach Triesdorfer Rinder in die Arche des Geschmacks von Slow Food Deutschland verkünden.

Anschließend besteht die Möglichkeit, eine Herde Ansbach-Triesdorfer Tiger zu besichtigen.

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Große Erfolge in NRW!

Demnächst Herdbuch für Mutterkuhbetriebe und erste Kälber geboren

Anfang 2016 hat Bianka Artinger je ein männliches und ein weibliches Tigerkalb aus Franken gekauft, um mit diesen beiden in Nordrheinwestfalen Ansbach-Triesdorfer Rinder in Mutterkuhhaltung zu züchten. An einem außergewöhnlich heißen Tag holte sie die beiden von zwei verschiedenen Höfen ab – als sie zu Hause ankamen waren alle erschöpft. Doch die beiden Tiger haben sich in ihrer neuen Herde schnell eingewöhnt und sind mittlerweile erwachsen.  “Tiger”, der junge Bulle, war auch schon fleißig, so daß Mitte Mai 2018 das erste Tigerkalb geboren wurde. Es ist ein Mädchen und heißt Fiona.

Kurze Zeit später kam auch das erste Tigerkälbchen auf dem Betrieb Berger, ebenfalls in NRW, zur Welt. Auch dies ein Mädel, die Stella.Ansbach Troisdorf Rind

Seit 2016 hat Bianka Artinger, – und später auch die Familie Berger – für ein Herdbuch in NRW gekämpft. Nun ist es auf den Weg gebracht. Sobald die letzten Formalien geregelt sind kann es los gehen.

Wir wünschen Bianka Artinger und den Bergers viel Spaß mit den Kleinen und allen anderen Züchterinnen und Züchtern, daß die Ansbach-Triesdorfer Rinder auch endlich in anderen Bundesländern als Rasse anerkannt und ein Herdbuch geschaffen wird.

Mitessen und Tiger retten

Im September 2018 startet die erste Vermarktung des Ansbach-Triesdorfer Rindes. In sieben Restaurants in Mittelfranken wird es Gerichte vom Ansbach-Triesdorfer Rind geben und vier Metzgereien werden Fleisch- und Wurstwaren anbieten. Auch in den 27 Filialen von ebl-Naturkost wird es Fleisch- und Wurstwaren aus dem Tigerrind geben, allerdings können diese zur Zeit nicht immer entsprechend deklariert werden, da es einfach zu wenig Rinder für die Vermarktung gibt. ebl-Naturkost bezahlt den Bauern dennoch den Tigeraufschlag und unterstützt damit die Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes, wofür wir uns an dieser Stelle sehr herzlich bedanken möchten. Denn nur, wenn das Fleisch des Tigerrindes auch Abnehmer findet, kann diese uralte, fränkische Rasse erhalten werden. Also: Essen Sie mit! Da das Angebot an Fleisch sehr begrenzt ist könnte eine frühzeitige Reservierung von Vorteil sein. Hier finden Sie die Anbieter des einzigartigen Tigerfleisches.

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Große Schritte in die richtige Richtung

Bei der diesjährigen Jahreshauptversammlung des Vereins zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes konnte Konrad Wagner, Zuchtleiter beim Fleischrinderzuchtverband Bayern, einen großen Erfolg vermelden: Ab 1. November 2018 wird es ein eigenes Herdbuch für die Ansbach-Triesdorfer in Mutterkuhhaltung geben. Dies könnte die Tigerzucht deutlich voran bringen. – Sobald wir die genauen Kriterien dafür haben, setzen wir sie auf die Homepage. Es lohnt sich jedoch jetzt schon Kontakt mit Herrn Wagner aufzunehmen, damit die Anerkennung im November reibungslos und schnell verläuft.

Erfreulich ist auch die Entwicklung der Tigerpopulation. So hat sich die Zahl der Milchviehbetriebe, die anerkannte Ansbach-Triesdorfer Rinder halten bzw. züchten, vom Tiefststand 2015 mit 26 Betrieben auf 42 Betriebe gesteigert. Und auch die Anzahl der anerkannten Tiere ist von 83 im Jahr 2015 auf nunmehr 158 angewachsen. (Mehr Infos zur der RZV-Bestandsentwicklung) Der tatsächliche Bestand der Tiger ist sogar noch etwas höher, da bisher die Tiere in Mutterkuhhaltung nicht mitgezählt werden. Wir sind alle gespannt, wie die Zahlen in einem Jahr aussehen, wenn auch diese Tiger mitgezählt werden können.

Zur Freude alle, konnten auch deutlich mehr Bullenkälber und Jungbullen für die Zucht vermittelt werden. Dies läßt für die Zukunft der Rasse hoffen! Immer mehr Züchter erklärten sich 2017 bereit, Bullenkälber mit schönen Zeichnungen/Merkmalen groß zu ziehen.

Hof- und Rinderbörse

Immer wieder kommen Ansbach-Triesdorfer Bullenkälber zur Welt, die dringend ein neues Zuhause brauchen, damit sie nicht in der Mast landen. Aber auch ältere Kühe und Bullen möchten immer wieder ihren Hofplatz wechseln. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Hof- und Rinderbörse – So erhalten wir den Tiger und gewähren eine gute Genmischung.

-> Ganz aktuell sucht ein Landwirt nahe Fürth einen Hofnachfolger. Mehr Infos auf unserer Hofbörse oder direkt beim Landwirt. 

Webtiger sucht neue Bleibe!

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„Webtiger“

Webtiger steht zum Verkauf. Gesucht wird nun ein geeigneter Platz, für einen braven Riesen, der immer noch für gepunkteten Nachwuchs sorgen kann.

Mehr Infos – hier entlang.

Jahreshauptversammlung 2018

Nach unserer Tradition kann die Jahreshauptversammlung nicht am letzten Februartag stattfinden, da dieser im Jahr 2018 auf einen Mittwoch fällt. Aus diesem Grund und anderen Termingründen ist der dritte Samstag im März (17. März 2018, Beginn 19Uhr im Gasthaus Bayer Leibelbach, 91567 Herrieden) vorgesehen, wozu wir Sie recht herzlich einladen.

Hier die offizielle Einladung 2018 mit allen weiteren Informationen zu Ablauf und Kontaktpersonen zum Download.

Mit Sylvester ins neue Jahr

P1030811.JPGAm 31.12.2017, um 12.00 Uhr Mittags, erblickte die kleine Sylvester auf dem Betrieb von Manfred Grund das Licht der Welt.

Damit ging für die Ansbach-Triesdorfer Rinder ein sehr erfolgreiches Jahr zu Ende. Da die Milchpreise deutlich höher als im Vorjahr waren mußten weniger Betriebe als befürchtet den Hof aufgeben, wodurch zahlreiche Milchkühe erhalten blieben. Diejenigen, die dennoch zum Verkauf anstanden, konnten wir fast alle vermitteln. Der Großteil ging nach Nordrheinwestfalen, wo ein Mutterkuhbetrieb auf die Tiger umstellt und auch ein Milchviehbetrieb die Ansbach-Triesdorfer für sich entdeckte. Aber auch in Hessen fanden sich neue Tigerfreunde, so daß auch dorthin einzelne Tiere hin vermittelt werden konnten. Sehr erfreulich war auch, daß nicht nur weibliche Tiere Abnehmer fanden, sondern auch Bullenkälber und Jungbullen für die Zucht vermittelt werden konnten.

Den größten Erfolg stellt jedoch die Einführung eines eigenen Herdbuches für die Ansbach-Triesdorfer Rinder in Mutterkuhhaltung dar, welches es ab dem 1. November 2018 geben soll. Dies wird die Zucht deutlich voranbringen, da endlich auch die Mutterkuhbetriebe züchterisch arbeiten können. Mit dem Start den Herdbuches und dem Beginn der Fleischvermarktung im September 2018 hoffen wir auf einen weiteren Aufschwung für unsere einmalig schöne, typisch fränkische Rinderrasse.

Geduld hat sich gelohnt

Der Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e. V. ist bestrebt, die „Triesdorfer Tiger“, wie sie im Volksmund auch heißen, als Zweinutzungsrasse zu erhalten. Da durch den Aufbau einer Fleischvermarktung die Nachfrage im Mutterkuhbereich zunimmt suchen wir immer wieder Milchviehbetriebe, die eine Tigerkuh nehmen.

So kam auch die Familie Hildner zu ihrer ersten Ansbach-Triesdorfer Kalbin. Diese stammte aus einem Mutterkuhbetrieb und hatte lange große Schwierigkeiten, sich in die neue Gruppe einzugewöhnen. Nach ihrem 1. Kalb blieb sie nicht nur weiterhin zickig, sondern sank mit ihrer Michleistung auch sehr schnell auf enttäuschende 13 Liter Milch am Tag. Mehrmals überlegten die Hildners, ob sie die Kuh nicht lieber verkaufen sollen. Doch sie bekam eine zweite Chance – und ein zweites Kalb. Selbst die Kalbung war für die Familie nervenaufreibend, weil Tiggy niemanden an sich ran lassen wollte, dann aber ohne Komplikationen selbst kalbte. Und dies scheint der Wendepunkt gewesen zu sein: Tiggy ist eine freundliche Kuh geworden – und gibt 27 Liter Milch täglich. Damit ist ihre Zukunft auf dem Hof gesichert und die anderen Kühe danken es ihr mit freundlichem Lecken.

Hof mit Ansbach-Triesdorfer-Rindern anbieten und finden

Sie suchen einen Hof mit Ansbach-Triesdorfer-Rindern?

Einige Betriebe mit Ansbach-Triesdorfer Rindern werden in den nächsten Jahren ihre Höfe aufgeben müssen, weil sie keine Hofnachfolger haben. Auf der anderen Seite gibt es immer wieder Menschen, die gerne einen Bauernhof übernehmen möchten und sich für alte, vom Aussterben bedrohte Haustierrassen interessieren. Wir möchten diese beiden Personengruppen in Kontakt bringen. Mehr dazu hier

Tigerfreunde im Sauerland

September 2017

ideaNachdem schon vor fast zwei Jahren eine Freundin der Ansbach-Triesdorfer Rinder im Sauerland mit der Zucht der Rasse begonnen hat, gibt es dort nun einen zweiten Betrieb. Die Familie Berger, die auf ihrem Biohof schon viele Jahre Mutterkühe hält, suchte nach einer alten, vom Aussterben bedrohten Rasse für ihren Betrieb. Als Sohn Melvin noch in Namibia arbeitete, suchte er schon im Internet nach einer geeigneten Rasse, um gleich nach seiner Rückkehr mit dem Aufbau einer Herde beginnen zu können.

Dabei stieß er auf die Ansbach-Triesdorfer Tiger und organisierte noch aus Afrika den Ankauf der ersten Tiere. So gelangte „Idea“, die zuvor in Franken als Milchkuh gelebt hatte, als erste Tigerkuh zu den Bergers. Mittlerweile wurden noch drei Kalbinnen und ein Jungbulle gekauft, so daß der Grundstock für eine große Tigerherde gelegt ist. Übrigens: Den Betrieb der Bergers können Sie besuchen.


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Bulle Josef, Februar 2016 (Foto: Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V.)

Das Ansbach-Triesdorfer Rind war eine früher vor allem in Franken verbreitete Rinderrasse. Heute existieren noch um die 100 Tiere. Der Arterhalt gilt als extrem gefährdet. Einige engagierte Landwirte und Züchter kämpfen darum, dieses besondere Rind, auch „Triesdorfer Tiger“ genannt, zu bewahren. Der Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V. unterstützt sie.

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