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Archehof Kellerwald feierte Jubiläum

Als Ralf Finke im Jahr 2009 seinen Pferdehof als „Archehof Kellerwald“ zertifizieren ließ erntete er von vielen Menschen in der Region nur Kopfschütteln. Denn als Archehof verpflichtet man sich, mindestens drei verschiedene, vom Aussterben bedrohte Nutztierrassen aus zwei verschiedenen Größenkategorien zu züchten und so zu deren Erhaltung beizutragen. Diese Rassen kommen in der modernen Landwirtschaft aufgrund ihrer geringeren Leistungsfähigkeit kaum mehr vor. Dabei sind sie hervorragend an die jeweilige Gegend angepaßt, in der sie oft über Jahrhunderte gezüchtet wurden. Sie sind robust, genügsam, frohwüchsig und langlebig. 

In den folgenden Jahren konnte Ralf sechs Mitstreiter gewinnen, die ebenfalls alte Haustierrassen vor dem Aussterben bewahren wollten. Und so wurde vier Jahre später eine der ersten Archeregionen in Deutschland, die Archeregion Kellerwald, zertifiziert und ist seitdem aus dem sie umgebenden Nationalpark nicht mehr wegzudenken. 

Begonnen hatte Ralf unter anderem mit dem Rheinisch-Deutschen Kaltblut und dem Hinterwälder Rind. Als er jedoch nach einem Fernsehbeitrag über seinen Archehof im Hessischen Rundfunk einen Anruf von Franz Probst vom Verein zur Erhaltung des Ansbach-Triesdorfer Rindes e.V. erhielt war er mit dem „Tigervirus“ infiziert. Doch war er gar nicht so einfach, eine Triesdorfer Kuh zu finden, denn zum einem gab es kaum welche und zum anderen trennten sich die wenigen Tigerzüchter, die es damals gab, nur sehr ungern von einem Tier. Fündig wurde er bei Michael Engelhardt in Leutenbuch bei Herrieden, der im Jahr 1992 Mitbegründer des Vereins zur Erhaltung der Ansbach Triesdorfer Rinder e.V. und immer bereit war, aus seiner Zucht Tiere abzugeben, damit auch andere Freude an diesen wundervollen Tieren finden und zum Erhalt der Rasse beitragen konnten.

Derzeit leben 16 Kühe mit ihrer Nachzucht sowie der Zuchtbulle „Balu“ auf dem Archehof Kellerwald und erfreuen nicht nur Ralf Finke, sondern viele Menschen aus Nah und Fern, die in der Region Urlaub machen und unter anderem eine Planwagenfahrt mit Ralf durch den Nationalpark unternehmen. Mit ihrer einzigartigen Fellzeichnung unterscheiden sie sich von allen anderen Rinderrassen. 

Am 22. September feierte man bei strahlendem Sonnenschein das zehnjährige Jubiläum des Archehofs. Die zahlreichen Besucher konnten nicht nur die Ansbach-Triesdorfer Tiger bestaunen und sich bei zwei Führungen und einem Infostand über sie informieren, sondern auch viele verschiedene Pferderassen, vom schweren Rheinisch-Deutschen Kaltblut bis zum zierlichen Norweger Fjordpferd, Tauernscheckenziegen, Vorwerkhühner sowie die Kaninchenrassen Meißner Widder und Japaner bewundern. Nicht zu vergessen die dicke Frieda, ein Schäbisch-Hällisches Schwein. Besondere Attraktionen wurden für die vielen Kinder geboten, sei es eine riesige Hüpfburg, Hufeisenwerfen, Schminken oder geführte Ausritte mit den Fjordpferden Mille und Zottel. Eine Ausstellung historischer Trecker und natürlich die Planwagenfahrten begeisterten Jung und Alt. 

Viel Anerkennung für ihr gelungenes Fest, aber auch ihre jahrelange Arbeit, erhielten Ralf Finke und sein Team nicht nur von den Besuchern, sondern auch den anwesenden Ehrengästen wie dem Vorsitzenden des Archevereins und dem Bürgermeister von Frankenau, der gleich mit Frau und Töchterchen erschienen war. 

Und auch mit der Tigerzucht soll es in Hessen aufwärts gehen. Zu den drei bisherigen Züchtern in Hessen kommen nun weitere zwei hinzu. Die ersten Kühe sowie ein Bullenkalb für die spätere Zucht wurden schon gekauft. Allerdings werden die hessischen Züchter noch viel Energie und Durchhaltevermögen brauchen, bis es auch in Hessen ein Herdbuch für die Ansbach-Triesdofer Tiger gibt. 

22. Sept 19 – Hoffest im Nationalpark Kellerwald

Ralf Finke betreibt seit 10 Jahren einen Archehof im Nationalpark Kellerwald in Nordhessen. Fast so lange züchtet er Ansbach-Triesdorfer Rinder, so daß er mittlerweile die größte Mutterkuhherde außerhalb Frankens hat. Am Sonntag, den 22. September, lädt er zum Jubiläumsfest auf seinen Archehof Kellerwald ein.

Männliche Tiger – Bewahren durch Aufessen

Um das Ansbach-Triesdorfer Rind vor dem Aussterben zu retten vermarkten wir überzählige männliche Tiere unter dem Motto „Bewahren durch Aufessen“. Denn nur, wenn die Landwirte für die viele Mehrarbeit, die sie mit der Zucht und Aufzucht der Ansbach-Triesdorfer Rinder haben, einen finanziellen Ausgleich erwirtschaften, können Sie auch weiterhin Tiger halten. 

Da es zu wenig Tiere gibt, können Gerichte, Fleisch- und Wurstwaren aus Fleisch vom Ansbach-Triesdorfer Rind, nicht laufend angeboten werden. 

Um Ihnen einen Überblick zu geben, wo es aktuelle Tigerrindfleischprodukte gibt, veröffentlichen wir hier eine Liste der aktuellen Anbieter, die vierteljährlich erneuert wird. 

Neue Tigersamen

Nach langer Zeit ist es nun endlich gelungen, wieder einen Tigerbullen abzusamen. Der Neue heißt Gerhard und ist zum einen wegen seiner schönen Zeichnung sehr interessant, zum anderen aber auch aufgrund seiner Genetik. Gerhard ist ein Gepard-Sohn, der seinerseits auf Geha zurück geht, eine in der Tigerzucht und auch im Fleckviehbereich seltene Linie.

Mütterlicherseits geht er auf die Tigerbullen Winner und Matiger zurück. Seine Mutter ist die Ansbach-Triesdorfer Kuh Tanja, die beim ZLF 2016 in München ausgestellt war. Hier ist er in mindestens 6. Generation ein echter Tiger.

Da er bereits mehrere Nachkommen hat ist auch bekannt, daß er für Kalbinnen gut geeignet ist. Weitere Informationen finden Sie hier.

Sperma ist beim BVN Neustadt/A. erhältlich, allerdings nur für Mitgliede des Vereins zur Erhaltung des Ansbach Triesdorfer Rindes. Aufnahmeantrag

JHV am 02. März

Es sind wieder alle herzlich zur diesjährigen Jahreshauptversammlung in Bechhofen eingeladen. Alle weiteren Informationen finden Sie hier.

Einladung zur Hofbesichtigung und anschließendem Tigeresen

Wolfgang Kleinlein, Biobauer aus Oberasbach, betreibt einen Milchhof und zwei Hühnermobile in Oberasbach. Die Tiere werden neben den Biorichtlinien auch nach dem Tierschutz- und Umweltprogramm von Neuland gehalten. 50 Milchkühe und ebenso viele weibliche Nachkommen (Kälber, Jungrinder und Kalbinnen) gehören zum Bestand. Im Stall können sich die Tiere frei bewegen und wann immer sie wollen zum Fressen, Trinken, Bürsten oder Schlafen auf die mit Stroh eingestreuten Liegeplätze gehen.

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Wolfgang Kleinlein hat einige Ansbach Triesdorfer in die Fleckviehherde aufgenommen, um die seltenen Rinder vor dem Aussterben zu schützen.

Seit Januar 2012 ist auch ein Hühnermobil in Betrieb. Die über 400 Hühner leben in einem mobilen Stall, haben viel Auslauf und wöchentlich eine frische Weide.

Wir bekommen eine Führung über den Hof und erfahren alles wissenswerte über das Ansbach-Triesdorfer Rind. Wir befinden uns auf einem Bauernhof – entsprechendes Schuhwerk ist angeraten.

Hier geht es zur Anmeldung für die Führung!

Danach leben wir dann das Slow Food Motto „Was wir erhalten wollen, müssen wir auch aufessen“ und begeben uns zur – vom Hof fußläufig gelegen – Gaststätte Schwarzes Kreuz in Oberasbach. Dort erwarten uns René Thonius (Schwarzes Kreuz) und Robert Zeitinger (Weinstube Zeitinger) zum

Tigermenü (Preis pro Person 39,90):

Roastbeef an Feldsalat mit Honig-Senf-Dressing
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Tiger-Burger
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Roulade auf Rotkohl mit Kartoffelklößchen
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Dessert

Hier geht es zur Anmeldung für das Essen.

Auftaktveranstaltung Fleischvermarktung

Zahlreiche Gäste fanden sich am 17. September 2018 zur Auftaktveranstaltung der Fleischvermarktung auf dem Hof der Familie Grund in Kästel ein. Nach Informationen über die Geschichte und Besonderheit der Triesdorfer Rinder kamen Redner aus den Bereichen Zucht, Schlachtung und Gastronomie zu Wort und berichteten über ihre jeweiligen Erfahrungen. Dr. Anita Idel, Lead-Autorin des Weltagrarberichts von 2005 bis 2008 und Mitglied der Archekommission von Slow Food Deutschland verkündete die Aufnahme der Ansbach-Triesdorfer-Rinder in die Arche des Geschmacks von Slow Food.

Einen ausführlichen Bericht über die Veranstaltung finden Sie hier.

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Personen von links nach rechts: Landwirt Reinhold Schneider, Gastwirt Joachim Schwemmer, Hotelier und Gastwirt Stefan Rottner, Ursula Pfäfflin Nefian vom Verein zur Erhaltung des Ansbach Triesdorfer Rindes und Initiatorin des Fleischprojekts, Konrad Wagner, Zuchtleiter des Fleischrinderverbandes Bayern, Dr. vet. Anita Idel, Mitglied der Archekommission von Slow Food Deutschland (photocredit Erwin Schmidbauer)

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Hof- und Rinderbörse

Immer wieder kommen Ansbach-Triesdorfer Bullenkälber zur Welt, die dringend ein neues Zuhause brauchen, damit sie nicht in der Mast landen. Aber auch ältere Kühe und Bullen möchten immer wieder ihren Hofplatz wechseln. Deshalb lohnt sich immer ein Blick auf die Hof- und Rinderbörse – So erhalten wir den Tiger und gewähren eine gute Genmischung.

-> Ganz aktuell sucht ein Landwirt nahe Fürth einen Hofnachfolger. Mehr Infos auf unserer Hofbörse oder direkt beim Landwirt. 


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Bulle Josef, Februar 2016 (Foto: Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V.)

Das Ansbach-Triesdorfer Rind war eine früher vor allem in Franken verbreitete Rinderrasse. Heute existieren noch um die 100 Tiere. Der Arterhalt gilt als extrem gefährdet. Einige engagierte Landwirte und Züchter kämpfen darum, dieses besondere Rind, auch „Triesdorfer Tiger“ genannt, zu bewahren. Der Verein zur Erhaltung des Ansbacher-Triesdorfer Rindes e.V. unterstützt sie.