Über das Ansbach-Triesdorfer Rind

Früher weit verbreitet, heute akut bedroht

Verbreitung der Rasse

Die ursprünglich in Mittel- und später auch in Unterfranken verbreitete Rasse konnte sich zwischen 1860 und 1880 bis nach Oberfranken und Nordschwaben ausbreiten. In der Hochzucht um 1896 existierten ca. 190.000 Ansbach-Triesdorfer Rinder. Auch nach England und Frankreich exportierte man sie. Von 1906 bis 1925 verringerte sich die Anzahl von ca. 90.000 auf nur noch 2.500 Tiere.

Die Verdrängung der Ansbach-Triesdorfer zugunsten des Fleckviehs erfolgte von der Peripherie des Verbreitungsgebietes immer mehr zum Kernzuchtgebiet, welches im Bezirksamt Ansbach lag, und hier vor allem in den Betrieben der kleinen Bauern und Handwerker. Selbst im Staatsgut Triesdorf wurden bereits im Jahr 1908 die Reste des Tigerviehs durch Fleckvieh ersetzt.

Die im Jahr 1925 angekörten 12 Stiere standen in Ansbach-Stadt und in den Ortschaften Eyb, Lichtenau, Leutershausen, Hennenbach, Unterreichenbach, Hirschbrunn, Dornberg, Oberammstadt und Erlbach. Das Städtchen Leutershausen war das letzte Refugium dieser Rasse.

 

Stand der Zucht

Derzeit halten etwa 40 Betriebe Ansbach-Triesdorfer Rinder, vorwiegend im ehemaligen Zuchtgebiet. Seit Vereinsgründung im Jahr 1992 wurde der Bestand von ca. 30 weiblichen Tieren in 10 Betrieben auf ca. insgesamt 120 Tiere in ca. 40 Betrieben ausgebaut. Es sind noch 20 unabhängige Kuhlinien vorhanden, die deutliche Merkmale der Ansbach-Triesdorfer erkennen lassen.

 

Leistungen

Die Gesamtleistung der Ansbach-Triesdorfer Tiger wird als recht gut beschrieben. Die Rinder sind hervorragende Arbeitstiere, mittlere Milch- und gute Masttiere, deren Fleischqualität vorzüglich ist. Dabei sind sie in der Ernährung verhältnismäßig anspruchslos.

Es wird berichtet, dass Ansbach-Triesdorfer Kühe zu zweit landwirtschaftliche Geräte gezogen haben, für die sonst vier Tiere benötigt wurden. Ein besonderer Vorzug lag in ihren harten Klauen, die das Arbeiten der Tiere auch auf harten Feldwegen ohne Hufbeschlag zuließen.

Ihr größter Nachteil ist ihre Spätreife. Tausende der schweren Mastochsen gingen jährlich zur Mast ins Ausland und vorzüglich an die Zuckerrübenfabriken um Magdeburg.

Heute sind die gehaltenen Tiere eine Zweinutzungsrasse mit gleicher Betonung von Milch und Fleisch, guter Mastfähigkeit und einer Jahresmilchmenge von annähernd 6000 kg.


Mehr erfahren Sie auch in diesem kurzen Video des Bayerischen Rundfunks über die Ansbach-Triesdorfer Rinder.

 

 

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